100 Fragen und Antworten zum Russlandgeschäft

Eine Sammlung der russisch-deutschen Auslandshandelskammer von 2018 mit einer Analyse der Lage des russischen Wirtschaftsmarkts wurde veröffentlicht.

Matthias Schepp, der Vorstandsvorsitzende der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer, glaubt fest daran, dass in der Zeit von Handelsbeschränkungen und Konflikten, politischen Sanktionsspiralen und Währungskrisen vernünftige Menschen, die eine klare Vorstellung davon haben, was auf dem Markt tatsächlich vorgeht, immer gebraucht werden. In Russland ist es schwierig, zuverlässigere Informationsquellen zu finden als die kollektive Intelligenz unserer Mitgliedsunternehmen. Wirtschaftsprognosen und Übersichten von Generaldirektoren deutscher Unternehmen, die in Russland tätig sind, sind nicht weniger zuverlässig als die Berichte der Weltbank — manchmal sind sie sogar genauer.

Generaldirektor von TAMAK AG, Dominik Rohmann, hat ein Interview über die Marktprognose für den Holzhausbau für die Auslandshandelskammer gegeben.

Unterscheidet sich der russische Hausbauer vom deutschen?

Der russische Kunde stellt sicher nicht weniger Anforderungen an sein Haus als der deutsche. In der Regel will aber der russische Kunde ein auf seine Wünsche entworfenes, personalisiertes Haus, während deutsche Kunden pragmatischer sind und haben nichts dagegen, etwas weniger personalisiertes zu bauen um zu sparen. Darin liegt der gründliche Unterschied. Es ist aber auch damit verbunden, dass TAMAK in Business- und Premiumsegment arbeitet.

Welche persönlichen Wünsche haben russische Kunden?
Da unsere Blockhäuser aus Furnierschichtholz zum Premiumsegment gehören, bekommen wir manchmal extravagante Anfragen. Für mich war es ungewöhnlich, als jemand einen Grillplatz mit einem 600 m2 großen Grillhäuschen bestellte. In Deutschland sind solche Dinge seltener. Aber die ungewöhnlichen Ideen, die vor zehn Jahren auf dem russischen Markt sehr gefragt waren, werden heute schon weniger populär. In Russland beobachten wir auch einen klaren Trend zu den funktionalen, energieeffizienten und umweltfreundlichen Häusern.

Was sagen Ihre europäischen Kunden über die Häuser russischer Produktion?

Als wir die ersten Häuser in Europa lieferten, gratulierte man uns von allen Seiten und beteuerte, dass wir uns vor dem Vergleich mit Wettbewerbern nicht fürchten sollten, eher im Gegenteil. Für deutsche und österreichische Unternehmen sind wir ein russischer Hersteller, der gerade mit dem Hausbau in Österreich begonnen hat und gleichzeitig beeindruckende Qualität demonstriert. Wir sind stolz darauf.

Auf welche Projekte von TAMAK sind Sie besonders stolz?

Es gibt einige bedeutsame Projekte, die wir mit großer Freude gemacht haben, wie zum Beispiel die Eisbahn am Roten Platz sowie eine andere, größere Eisbahn in Sankt Petersburg. Unsere Zementspanplatten wurden bei der Ausstattung der Stadien, der Flughäfen Scheremetjewo und Domodedowo, sowie bei der Renovierung der Ermitage in Sankt Petersburg verwendet. Im Bereich des Holzbaus arbeiten wir mit dem russischen Stararchitekten Totan Kusembaew zusammen.

Wir glauben daran, dass es in Russland immer mehr Menschen mit hohen Erwartungen an die Wohnqualität geben wird.


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